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Trost-Orgel

Leinefelde

Restaurierung 2014...15 Erbauer: Friedrich Petersilie (1889), um 1960 Umdisponierung und neues Gehäuse

Disposition:
Hauptwerk

, C...f'''

Principal 16' teilweise Prospekt, neu, ergänztes Register
Bordun 16' original, Holz (gedeckt)
Principal 8' teilweise Prospekt, neu, ab a° Innenpfeifen (original)
Gemshorn 8' original. C...H Holz (offen, konisch), ab c° Metall
Viola di Gamba 8' rekonstruiert, C...H Holz (offen), ab c° Metall
Portunalflöte 8' C...H original, Holz (gedeckt), ab c° rekonstruiert, Holz (offen)
Rohrflöte 8' orifinal, C...H Zusammenführung mit Portunalflöte 8', ab c° Metall (halbgedeckt), ab c''' konisch offen
Octave 4' original
Doppelflöte 4' original, C...h° Holz (gedeckt mit 2 Labien), ab c' Metall (zyl. offen), ab c'' Metall (zyl. offen, überblasend)
Octave& Quinte 2' & 2 2/3' weitgehend original, Reihen jetzt mit Einzelabstellern versehen.
Mixtur 5-fach original
Cornett 4-fach teilweise rekonstruiert, ab c'
Trompete 8' original, aufschlagend
Oberwerk

, C...f'''

Still-Gedact 16' ab G, original, Holz (gedeckt)
Geigenprincipal 8' rekonstruiert, C...H Holz (offen), ab c° im Prospekt, ab c'' Innenpfeifen
Salicional 8' rekonstruiert, C...H Holz (offen), ab c° Metall
Lieblich Gedact 8' original, Holz (gedeckt)
Flauto dolce 8' original, C...H Zusammenführung mit Lieblich Gedact 8', ab c° Holz (offen)
Harmonika 8' rekonstruiert, Holz, offen
Fugara 4' rekonstruiert, durch Anlängen und Ergänzen Rückführung der zum Principal 4'umgearbeiteten Originalpfeifen
Flauto traverse 4' original, C...f° Holz (offen), fs°...f' Holz (offen, überblasend), fs'...f''' Metall (zyl. offen, überblasend)
Piccolo 2' rekonstruiert, Metall '(zyl. offen), c°...f'' überblasend
Pedal

, C...d'

Violon 16' original, Holz (offen)
Subbaß 16' original, Holz (gedeckt)
Octavbaß 8' original, Holz (offen)
Flötenab 8' original, Holz (offen)
Cellobaß 8' rekonstruiert, Rückführung aus abgeschnittenen Originalpfeifen
Posaune 16' original, aufschlagend

  • Manualkoppel
  • Pedalkoppel
  • Volles Werk

Dieses wertvolle Werk hat eine lange, wechselvolle Geschichte.

Der Erbauer war, obwohl in Vergessenheit geraten oder seines Namens wegen belächelt, ein bedeutender Orgelbauer. Er schuf hier, ebenso wie in seiner Heimatstadt Langensalza, ein beachtliches Werk auf der Höhe seiner Zeit. Seine Ausbildung erhielt er bei Schulze in Paulinzella und in dieser Tradition stehen auch die von ihm gefertigten Instrumente.

Der Orgel widerfuhr das eher seltene Schicksal, daß die technische Anlage und ein Großteil des Pfeifenwerkes erhalten blieb, jedoch das Gehäuse in den 60er Jahren entfernt und in moderner Bauart ersetzt wurde.

Das Pfeifenwerk wurde, kaum zu seinem Vorteil, verändert. Es überwiegt jedoch die bauzeitliche Substanz, einige Register wurden umgestellt oder einfach abgesägt. Im Ganzen sind die Veränderungen jedoch nachweisbar und der ursprüngliche Zustand war mit Hilfe von Vergleichsorgeln gut rekonstruierbar.

Das Orgelgehäuses wurde im vergangenen Jahrhundert, im Zuge einer Kirchen-modernisierung neu gefertigt. Man hätte es als Zeitdokument akzeptieren können, wenn es wenigstens mittleren Qualitätsansprüchen genügt hätte. Eine „Verbesserung“ kam hierfür allerdings nicht in Betracht, zumal zwischenzeitlich die Kirche ein weiteres mal umgestaltet wurde und nun wieder solide Eichenbänke den Raumeindruck bestimmen.

      

 Gehäuse von 1960                     ein altes Foto                         neue Kirchenbänke

 

Zum Glück gab es jedoch noch zwei Fotos von der ursprünglichen Gestalt. Nach diesen Bildern und diversen Spuren am Werk haben wir das Gehäuse komplett neu, aus massivem Eichenholz gefertigt - mit einem Unterschied:

im Kontrakt war ein Principal 16' im Hauptwerk vorgesehen, der vermutlich aus Kostengründen nicht zur Ausführung kam. Bei der zeichnerischen Rekonstruktion ergab sich recht klar, wie die ursprüngliche Aufstellung beabsichtigt war. So entschied der Auftraggeber für eine Gehäusevariante auf der Basis des Principal 16' und eine Ergänzung dieses Registers in der Disposition.

   

   

Detailansichten vom rekonstruierten Orgelgehäuse (2015)

 

      

restaurierte Spielanlage mit neu furnierten Staffelbrettern und Klaviaturbacken

 

Die Orgel ist mit großen mechanischen Kegelladen ausgestattet, das Hauptwerk und die Koppel zum Oberwerk werden über eine Barkermaschine (eigene Konstruktion des Erbauers) angesteuert.

   

Spieltischrückseite mit Trakturen und Barkermaschine

 

   

Einblicke in das (teilweise rekonstruierte) Pfeifenwerk

 

   

Cellobaß 8' mit Anlängungen                              Ausgleichsbalg und Windkanal

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