Orgelbau Waltershausen GmbH
Geschwenda

Geschwenda

Restaurierung 2012

Erbauer: Guido Knauf, Gotha (1882), hinter Prospekt von Michael Gutjahr (1744); Restaurierung von Mai 2009 bis Oktober 2012


Disposition:

Hauptwerk
Bordun16′
Principal8′
Gamba8′
Hohlflöte8′
Gedact8′
Quintatön8′
Octave4′
Rohrflöte4′
Quinte & Octave3′ + 2′
Mixtur 4-fach
Oberwerk
Geigen Principal8′
Flauto traverso8′
Salicional8′
Lieblich Gedact8′
Flauto dolce4′
Octave4′
Quinte & Octave3′ + 2′
Pedal
Principalbass16′
Violon16′
Subbass16′
Octavbass8′
Gedactbass8′

Manualkoppel

Pedalkoppel

Manuale: C, Cs…f “‘, Pedal: C, Cs…d‘

mechanische Schleifladen

gleichstufige Stimmung


Das Gehäuse stammt von der Gutjahr-Orgel von 1744. Der beeindruckende Prospekt ist in 13 Pfeifenfelder mit insgesamt 109 Pfeifen gegliedert. Verziert wird die Ansicht durch reiches Schnitzwerk, 4 musizierende Engelsfiguren auf den oberen Gehäusesimsen und einen mittig angeordneten Engelskopf. Das Gehäuse besitzt geschlossene Seitenwände, den oberen Abschluss bildet die hölzerne Kirchendecke.

Die Orgel war zwar grundsätzlich spielbar, doch fanden sich zahlreiche Mängel sowohl im klanglichen, als auch im technischen Bereich. Die Ursachen greifen so tief, dass mit kleineren Reparaturen entweder keine oder zumindest keine dauerhafte Verbesserung zu erzielen sein würde. Dies hatte bereits zu Plänen geführt, das Instrument ganz aufzugeben und ein Neues zu bauen oder ein anderes historisches Werk hinter den wertvollen Prospekt zu setzen.

Inzwischen hatte sich die Erkenntnis des Wertes historischer Orgeln weiter durchgesetzt, ebenso wie die Erfahrung, dass solche Instrumente mit entsprechendem Aufwand auch wieder in einen hervorragenden Zustand versetzt werden können. Die Tatsache, dass das Orgelwerk jünger als der Prospekt war, tat dem kein Abbruch. Immerhin hat es auch schon ein Alter von 120 Jahren!Durch Instandsetzungsarbeiten auch in relativ in jüngerer Zeit konnte die Orgel zwar spielbar erhalten werden, zu einem dauerhaften Ergebnis konnten sie jedoch nicht führen. Vom Orgelsachverständigen wurde eine umfassende Restaurierung des Werkes vorgeschlagen.

Bei der Umsetzung des Restaurierungskonzeptes wurde dann ein  erhöhter Aufwand bei der Funktionalität der Windanlage erforderlich. Auf Grund von Kanalresonanzen kam es zur Ausbildung von Druckimpulsen, die sich als mangelnde Windstabilität bemerkbar machen. Zwar gehört ein „atmender Wind“ zur Charakteristik einer historischen Orgel, jedoch ist der Grat zur störenden Windstößigkeit schmal.  Einige Maßnahmen zur  Behebung dieser Problematik, wie z. B. der  Einbau eines kleinen Stoßfängerbalges am Gebläseschutzkasten, brachten schließlich den gewünschten Erfolg.  

Das klangschöne und sehr farbenreiche Instrument wird nun wieder zur Bereicherung der thüringischen Orgellandschaft beitragen und Einblicke in die Entwicklungsgeschichte des regionalen Orgelbaus geben.

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